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Photos von gestern -
Die Swinging Sixties: Die Vorstandard-Zeit

Ein bißchen Text gefällig? Falls es gleich zu den Bildern gehen soll: Vom MAN Metrobus gibt es die hier. Von den Magirus Deutz Saturn haben wir bislang leider keine Aufnahmen.

Eine kleine Einleitung
Magirus Deutz Saturn
MAN Metrobus


Eine kleine Einleitung

In den fünfziger Jahren hatten Omnibusse aus dem Hause Krauss-Maffei bei der Üwag dominiert: Die formschönen O 160 und KMS 125 (die bis Ende der sechziger Jahre noch auf den Straßen anzutreffen waren). Doch Anfang der sechziger Jahre traten neben einigen Magirus-Deutz Saturn, die von 1960 bis 1964 in verschiedenen Ausführungen in geringer Stückzahl angeschafft worden waren, auch Busse von MAN auf den Plan: Im Januar 1961 ein erster MAN Metro 640 HO 1, im Oktober ein MAN/Krauss-Maffei 135 L (zu dem ich keinerlei Informationen habe), dann ab 1962 weitere, nun MAN 750 HO M 11 genannte Wagen, die auch als Metrobus bezeichnet wurden und die in den folgenden Jahren in größerer Stückzahl angeschafft werden sollten.

Magirus Deutz Saturn

Die ersten beiden Magirus Deutz Saturn II wurden im Jahre 1960 angeschafft, es folgten im darauffolgenden Jahr ein weiterer solcher Bus sowie ein Magirus Deutz Saturn II L. 1962 wurde nochmals ein Saturn II L, 1963 ein Saturn II LS angeschafft, 1964 schließlich ein Saturn II 150 R. Mindestens zwei dieser Busse waren jedoch in einer Version als Überlandbus bestellt worden und demzufolge gar nicht im Stadtlinienverkehr im Einsatz, und bei meinem jetzigen Kenntnisstand kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, wieviele der sieben Magirus Deutz Saturn überhaupt in der Stadtbus-Ausführung anzutreffen und auf Linie im Einsatz waren.

Ich kann mich noch erinnern, daß diese grüne, mit Kunstleder bezogene Polster und durchgängig eine 2+1 Bestuhlung besaßen, also auch im hinteren Bereich, wobei
sich die Einzelplätze auf der Türseite befanden.


Da wir von den einzelnen Magirus Deutz Saturn bislang keine Aufnahmen besitzen, sei hier einfach mal eine kleine Impression gestattet
In den sechziger Jahren hochmodern - und irgendwie wirkt er doch auch heute noch schick, oder?
Die Aufnahme ist eine Postkarte aus dem Schöning-Verlag, Lübeck, dem ich ganz herzlich für die Erlaubnis, das Photo hier zeigen zu dürfen, danken möchte

Die Magirus Deutz Saturn waren also eher Exoten im Fuhrpark, in größeren Stückzahlen wurden stattdessen MAN HO 750, auch bekannt unter dem Namen MAN Metrobus, beschafft.

MAN Metrobus

Ende der fünfziger Jahre war es zu einer Kooperation zwischen Krauss-Maffei und MAN gekommen. Der neue, für die damalige Zeit hochmoderne Metrobus war bis zu einem gewissen Grade ein gemeinsames Kind beider Firmen, doch nach Streitereien trennte man sich, Krauss-Maffei zog sich aus dem Projekt (und einige Jahre später dann ganz aus dem Omnibusbau) zurück, während MAN das Ruder übernahm, so daß man schließlich auch vom MAN Metrobus sprach.

Der Metrobus war seiner Definition nach ein Linienbus mit Heckmotor, was damals keine Selbstverständlichkeit war, wurden doch - auch im Hause MAN - ebenfalls noch Modelle mit Unterflurmotor gebaut. Es gab ihn als Stadt- und als Überlandbus in verschieden langen Ausführungen, wobei die Üwag stets die 11-Meter-Variante mit schmalem Einstieg vorne wählte.

Optisch unterschieden sich die ersten Baujahre bei der Üwag sowohl in der Frontpartie (Das Lüftungsgitter war hier grün lackiert, bei den späteren Baujahren dann jedoch anthrazit mit Zierleisten und der Aufschrift MAN Diesel und seitlich darunter, kleiner: 750) wie auch in der Heckpartie von den späteren: Hatten die frühen Baujahre teils runde, teils eckige Rückleuchten und jedenfalls das Nummernschild auf der Heckklappe mit Beleuchtung darüber angebracht, so hatten die späteren Baujahre ausnahmslos eckige Heckleuchten und das Nummernschild wesentlich tiefer, unterhalb der Motorklappe mit Beleuchtungseinrichtung rechts und links davon, was die Busse optisch schon sehr anders wirken ließ. Auch einige andere Details änderten sich im Laufe der Jahre: Die ganz frühen Busse hatten beim letzten Fenster hinten zweigeteilte Klappfenster, bei den späteren dann war auch das dritte Fenster von vorne zu öffnen - und zwar ließen sie sich aufschieben. Auch hatten die letzten Baujahre die Fahrtzielanzeige auf dem Dach über dem mittleren Fenster, die früheren dagegen über dem ersten Fenster hinter der Türe angebracht.

Die Metrobusse waren allem Anschein nach sowohl bei den Fahrern als auch den Fahrgästen sehr beliebt. Stieg man vorne ein, so fand man erst einmal über der Vorderachse, entlang der Längsseiten, je zwei Sitzbänke für jeweils vier Personen vor, denen dann auf beiden Seiten je drei Einzelplätze in Fahrtrichtung folgten, also eine 1+1 Bestuhlung, so daß ein sehr breiter Mittelgang vorhanden war. Gegenüber der hinteren Türe befand sich der Stellplatz für Kinderwagen und Gepäck, der hintere Bereich war konventionell eingerichtet, wobei man, dank Heckmotor, im hinteren Bereich recht hoch saß.

Die Busse besaßen silberne Haltestangen, grüne, mit Kunstleder bezogene Polsterbänke bei grünen Sitzgestellen. Die letzten Baujahre hatten dann jedoch weiße Sitzgestelle, was sehr schick aussah.

Es gab bei den Metrobussen bereits Haltewunsch-Taster - an der Wagendecke. Unter den Schülern jener Tage sollen sie recht beliebt gewesen sein, wie mir erzählt worden ist, bei den Fahrern wohl eher nicht, da sie, solange man drückte, einen Summton vorne beim Fahrer von sich gaben - und da braucht man nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, was in einem Bus voller Schüler los sein konnte. Ich selbst bin nie mit dem Bus zur Schule gefahren und kann mich nicht erinnern, daß im normalen Linienverkehr die Benutzung üblich gewesen wäre: Dies kam meiner Erinnerung nach erst mit den Standard I-Omnibussen auf. Zuvor mußte man sich halt rechtzeitig an die hintere Türe, die der Ausstieg war, stellen oder sich sonst irgendwie bemerkbar machen - aus heutiger Sicht sicher merkwürdig, aber es funktionierte ;-). So habe zumindest ich es in Erinnerung.

Ich bilde mir ein, neuere Baujahre hätten etwas anders geklungen als frühere - aber ob das wirklich so war? Ich habe leider lange keinen Metrobus mehr gehört.
Und einen Vergleich verschiedener Baujahre anzustellen, dürfte leider nicht mehr möglich sein. Also behaupte ich es jetzt einfach mal: Die letzten Metrobusse hatten einen leicht anderen Klang als die früheren. Ich bin aber kein Techniker und kann den Hintergrund nicht erklären.

Bei den Fuldaer Metrobussen war das Fahrtziel übrigens stets zwischen zweimal Stadtschloß eingebettet, was sich bei den Standard I-Bussen dann änderte in z.B. Stadtschloß - Aschenberg (was dann unabhängig von der Fahrtrichtung, also auch stadteinwärts so zu lesen war). Ich meine zwar, bei den MAN SL 192 aus dem Jahre 1972 hätte es einmal Versuche gegeben, nur das jeweils aktuelle Fahrziel statt des Streckenverlaufes anzugeben, doch setzte sich das erst mit Einführung der Matrixanzeigen viele Jahre später durch. Bei den Metrobussen hingegen war stets der Streckenverlauf vom Zentrum und zurück angegeben, im Falle der Linie 10 z.B. Stadtschloß - Aschenberg - Stadtschloß.

Wie man sieht: Ich kann mich durchaus gut an diese schönen Omnibusse erinnern, zumal die letzten von ihnen bis in die achtziger Jahre Dienst taten, habe jedoch durchaus auch so meine Lücken: Wer etwas aus alten Tagen erzählen und helfen kann, diese Lücken zu schließen, ist herzlich willkommen, dies zu tun.


Einer der sieben Busse des Baujahres 1966, Wagen 31, wurde nach seiner Ausmusterung bei der Üwag übrigens von der Feuerwehr Fulda-Mitte übernommen und zum Einsatzleitwagen ELW3 umgebaut (Photos hier). Dieser Bus existiert auch heute noch und befindet sich im Besitz eines Privatmannes.

Nun aber endlich zu den Bildern: Die gibt
es hier

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