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Historisches
Achtung, das ist eine Baustelle - und dennoch schon ein langer Text,
also am besten einen Kaffee oder ein Bierchen bereit stellen - oder
gleich wegklicken!
Erste Anfänge
eines innerstädtischen Nahverkehrs
Neuanfang
nach dem Krieg
Die sechziger und
siebziger Jahre
Die
achtziger Jahre
Alles
neu - Die neunziger Jahre
Ein
neues Jahrtausend
Ein
Wort vorneweg
Berlin
feierte im letzten Jahr sein Jubiläum "100 Jahre Kraftomnibus".
Auch Städte wie Münster in Westfalen können bereits
auf ein hundertjähriges Bestehen ihres städtischen Nahverkehrs
zurückblicken. Allen Großstädtern sei deshalb gesagt:
Ihr habt es hier mit einer doch recht kleinen Stadt zu tun - also
nicht erschrecken -, die zudem noch in einer dünn strukturierten
und ziemlich ländlichen Gegend liegt und die vor dem Krieg
zudem natürlich noch kleiner war. Auf eine solch lange Tradition
kann man in Fulda also denn auch noch nicht zurückblicken.
Erste
Anfänge eines innerstädtischen Nahverkehrs
Erste Anfänge eines städtischen Nahverkehrs
lassen sich in den zwanziger Jahren finden. Damals hatte der Magistrat
der Stadt die Reichspost beauftragt, Buslinien einzurichten. Wie
viele Linien es damals waren, ist mir nicht bekannt, es muss jedoch
zumindest bereits eine Linie nach Petersberg sowie eine von Lehnerz
nach Kohlhaus gegeben haben. Obwohl das Busangebot von den Bewohnern
allem Anschein nach gut angenommen worden war, rutschte der Nahverkehr
jedoch in ein Defizit hinab. Ob es an den (scheiternden) Verhandlungen
zwischen dem Magistrat und der Reichspost bezüglich der Übernahme
dieser Kosten lag oder daran, dass im Deutschland der dreissiger
Jahre die Rüstungsindustrie immer mehr die Vorfahrt gewährt
bekam, während zivile Güter mehr und mehr ins Hintertreffen
gerieten - der städtische Nahverkehr in Fulda kam jedenfalls
bereits vor dem Ausbruch der Zweiten Weltkrieges zum Erliegen, und
das, obwohl es Pläne für die Errichtung eines Obus-Netzes
gab und auch bereits Oberleitungs-Busse bestellt worden waren.
Neuanfang
nach dem Krieg
Nach dem Krieg wurde jedoch schnell wieder ein öffentlicher
Personennahverkehr eingerichtet. Von der Stadt beauftragt, ein städtisches
Busnetz zu errichten, wurde der regionale Stromversorger, die Überlandwerk
Fulda AG (Üwag). Zur Jahreswende 1948/49 wurden die ersten
Omnibusse bestellt und ab dem 1. Juli 1949 wurde wieder die Linie
Lehnerz - Bronnzell befahren. Der erste Omnibus der Üwag war
ein Krauss-Maffei O 131, der zweite, etwa vier Wochen später
ausgelieferte, ebenfalls.

Festlich geschmückt: Wagen 2 der Üwag
im Jahre 1949
Herzlichen Dank der ÜVG, die mir dieses Bild zur Verfügung
stellte! |
Im August des Jahres 1949 kamen zwei Büssing NAG hinzu. Auch
wenn im Jahre 1955 nochmals ein Büssing, ein 5000T, geordert
wurde (der nach nur zwei Jahren wieder ausgemustert wurde), so war
Fulda doch nie eine Büssing-Hochburg, und zu mehr als diesen
drei Omnibussen dieses zeitweise größten Busherstellers
Deutschlands ist es bei der Üwag nie gekommen. Stattdessen
wurden bereits im Jahre 1949 zwei weitere Krauss-Maffei O 131 in
den noch sehr kleinen Fuhrpark übernommen. Anfang der fünfziger
Jahre wurden drei weitere solche Busse sowie vier O 133 angeschafft,
zudem ein erster von schließlich drei Anhängern vom Typ
Kässborer PA 3 bzw. PA 4.
Mitte der fünfziger Jahre muss der Fuhrpark der Üwag ein
sehr buntes Bild abgegeben haben: Neben besagten Krauss-Maffei O
131 und O 133 waren auch L 110 und O 160 des gleichen Herstellers
auf Fuldas Straßen zu finden, darüber hinaus der bereits
erwähnte Büssing 5000T (die beiden anderen Büssing
waren 1954 bereits wieder ausgemustert worden), aber auch Omnibusse
von Magirus, Daimler Benz und sogar ein Ford Leichtbus GLVT (der
aber ebenfalls nur ein gutes Jahr im Einsatz war), waren zu sehen,
insgesamt rund ein Dutzend verschiedene Omnibusmodelle verschiedener
Hersteller waren im Einsatz, meist nur eine relativ kurze Zeit,
wobei der eine oder andere Bus sicher auch für Reisen gedacht
war und vermutlich im städtischen Linienverkehr gar nicht zum
Einsatz kam. Ob man in dieser Zeit herumexperimentierte, um für
sich den besten Bus herauszufinden oder welchen Hintergrund dieses
sicherlich sehr bunte Bild ansonsten hatte, dies vermag ich nicht
zu sagen.
Tatsächlich schien die Entscheidung jedoch schon früh
zugunsten der Krauss-Maffei O 160 gefallen zu sein, denn nach den
beiden ersten Omnibussen von diesem Typ, die man 1954 bekam, wurden
weitere solche Busse bestellt, so dass diese schönen Wagen
mit Heckmotor und mit ihrem imposanten Lüfteraufbau im hinteren
Dachbereich sowie die etwas neueren KMS 125 vom gleichen Hersteller,
die ab 1959 auf der Bildfläche erschienen, das Erscheinungsbild
dieser Jahre geprägt haben.
Die damals sieben Linien fuhren alle sternförmig vom und zum
Universitätsplatz, einem zentralen Punkt in der Innenstadt:
Linie 1 Universitätsplatz - Lehnerz
Linie 2 Universitätsplatz - Petersberg
Linie 3 Universitätsplatz - Künzell - Bachrain - Dicker
Turm
Linie 4 Universitätsplatz - Bronnzell
Linie 5 Universitätsplatz - Haimbach - Maberzell
Linie 6 Universitätsplatz - Horas - Niesig
Linie 7 Universitätsplatz - Edelzell - Engelhelms
Ein
Bild aus frühen Tagen: Stadtbusse am Universitätsplatz,
vermutlich Anfang der fünfziger Jahre, also noch vor
dem Auftauchen der anschließend das Straßenbild
prägenden Krauss-Maffei O160
Danke der ÜVG für das schöne Photo! |
In den frühen Jahren gab es Schaffner in den Omnibussen, Mitte
der sechziger Jahre wurde dieses System jedoch geändert und
die Schaffner zu Fahrern umgeschult. Seitdem wird bis heute vorne
beim Fahrer eingestiegen - ein System, wie es übrigens auch
in Berlin üblich ist.
Die
sechziger und siebziger Jahre
Im Jahre 1960 wurde ein neuer Busbahnhof am Stadtschloß
eingeweiht, da der Universtätsplatz keine Erweiternsmöglichkeiten
bot. Er sollte über Jahrzente der zentrale Anfahrtspunkt der
Üwag-Linien bleiben und bis zum Jahre 2004 unverändert
bleiben.
Die
Eröffnung des Busbahnhofes am Stadtschloß 1960:
Im Einsatz Omnibusse von Krauss-Maffei: KMO 160
Herzlichen Dank an das Stadtarchiv Fulda für die Erlaubnis,
die Aufnahme hier zeigen zu dürfen! |
Vermutlich zu diesem Zeitpunkt wurden die Linien umstrukturiert,
in einer Weise, die im Grundsatz für über 30 Jahre Gültigkeit
haben sollte:
| 1 |
Stadtschloß
- Lehnerz |
| 2 |
Stadtschloß
- Petersberg |
| 3 |
Stadtschloß
- Ziehers Süd |
4 |
Stadtschloß
- Künzell |
5 |
Stadtschloß
- Bachrain - Dicker Turm - Pilgerzell |
6 |
Stadtschloß
- Edelzell - Engelhelms |
7 |
Stadtschloß
- Eisweiher - Niesig |
8 |
Stadtschloß
- Kohlhaus - Bronnzell |
9 |
Stadtschloß
- Neuenberg - Haimbach/Maberzell (alternierend) |
9A |
Stadtschloß
- Haderwaldsiedlung - Trätzhof |
10 |
Stadtschloß
- Horas - Aschenberg |
10A |
Stadtschloß
- Eisweiher - Aschenberg |
11 |
Stadtschloß
- Ziehers Nord - Rauschenberg |
12 |
Stadtschloß
- Sickels - Niederroder Höhe |
Bevor
wir gleich wieder zu den Omnibussen selbst kommen, noch ein Wort
hierzu: Die Linie 10A wurde gegen 1970 mit der weiteren Erschließung
des Aschenbergs eingerichtet, die 9A und die 12 jedoch erst im Jahre
1984. Hintergrund war die etwas eigentümliche Situation, die
sich nach den Gebietsreformen Anfang der siebziger Jahre ergeben
hatte: Da wir uns ja so ungefähr im Gegenteil dessen befinden,
was man gemeinhin mit "Ballungsraum" bezeichnet, erscheint
es doch ein wenig seltsam, was unsere beiden großen Volksparteien
da gemeinsam geschaffen haben: Im Ergebnis fuhren etliche städtische
Buslinien Ziele an, die ihre Selbständigkeit behielten und
also gar nicht zur Stadt gehörten, während umgekehrt im
Westen und Norden im großen Stile zugeschlagen und eingemeindet
worden war, eine ganze Reihe "neuer Stadtteile" hinzukamen,
die nie ans städtische Liniennetz angeschossen waren, sondern
durch Bahn- und Postbusse bedient wurden, so dass die Bewohner,
wollten sie innerhalb der Stadt mit Üwag-Linien weiterfahren,
ein zweites Mal einen Fahrschein lösen mussten, ganz abgesehen
davon, dass die Fahrpläne nicht aufeinander abgestimmt waren
und die unterschiedlichen Betreiber zudem unterschiedliche Busbahnhöfe
anfuhren, ein Umsteigen also ein umständliches Unterfangen
war. Insbesondere die "neuen Stadtteile" Sickels und Gläserzell
drängten nach ihrer Eingemeindung sehr darauf, endlich auch
ans Üwag-Liniennetz angeschlossen zu werden. Zumindest im Falle
von Sickels wurde Anfang der achtziger Jahre schließlich tatsächlich
die Konzession der Bahn an die Üwag abgegeben - allerdings
fuhr diese Linie nicht im sicherlich erhofften 20 Minuten Takt.
Andere "neue Stadtteile" mussten dagegen bis ins Jahr
2004 warten, und im Norden wird man bis heute nicht von der Üwag
angefahren, sondern von der FBG, was im Zeitalter von Verkehrsverbünden
ja aber wohl auch keine große Rolle mehr spielt.
Doch zurück zu den Omnibussen: Ab Anfang der sechziger Jahre
wurden einige wenige Busse bei Magirus Deutz bestellt, es befanden
sich insgesamt 7 Magirus Deutz Saturn in mehreren Ausführungen
im Fuhrpark, - darunter auch Überland-Ausführungen, denn
die Üwag fuhr vereinzelt auch im Regionalverkehr wie man überhaupt
im Deutschland der Wirtschaftswunderzeit anfing, auch Reisen anzubieten.
So hatte man denn auch bereits 1956 und 1957 zwei Krauss-Maffei
O160 Reisewagen angeschafft und auch später immer den einen
oder anderen Reisewagen im Fuhrpark
Auch
einen MAN Metro-Bus gab es in der Ausführung als Reisewagen:
Wagen 34, Baujahr 1964, hier am Petersberg. Mit ihm habe ich
als Kind einmal (zusammen mit meiner Mutter und einer Tante
von mir) einen Tagesausflug an den Frankfurter Flughafen gemacht,
zu einer Zeit, als Fliegen und ein Flughafen noch nicht etwas
so Selbstverständliches war wie heute.
Danke der ÜVG für die schöne Aufnahme! |
Die Firma Krauss-Maffei, deren Modelle das Erscheinungsbild des
Üwag Busverkehrs von Beginn an (und bis weit in die sechziger
Jahre hinein) geprägt hatten, hatte mit MAN kooperiert und
stellte schließlich die eigene Busproduktion ganz ein. Infolgedessen
wurden nun Omnibusse bei MAN geordert. Wie gesagt, wurden Anfang
der sechziger Jahre auch einige wenige Magirus Deutz Saturn angeschafft,
jedoch wurde mit dem ersten MAN Metrobus 1961 eine Entwicklung eingeleitet,
die für die kommenden Jahre das Straßenbild prägen
sollte, denn von 1962 bis 1968 wurden insgesamt 24 Linienbusse vom
Typ MAN 750 HO - M 11 angeschafft, deren letzte Exemplare bis Anfang
der achtziger Jahre im Einsatz waren.
Einer
der 24 MAN 750 HO M11 der Üwag, die lange Jahre das Erscheinungsbild
des städtischen Nahverkehrs in Fulda prägten
Vielen Dank an die ÜVG! |
Ende der sechziger Jahre begann das Standard I - Zeitalter, und
es begann in Fulda, einer MAN-Hochburg, bemerkenswerter Weise mit
Wagen vom Typ Mercedes Benz O 305. Von Mercedes hatte man bislang
lediglich zwei Omnibusse besessen, einen O 3500 (1955-1964) sowie
einen O 6600 (1955 - 1967), beides klassische Überland-Omnibusse,
die wohl kaum in Stadtverkehr eingesetzt wurden, zumal der eine
dauerhaft, der andere zeitweise ein Hünfelder Kennzeichen trug.
1969 wurden jedenfalls als die ersten Standard I - Omnibusse zwei
Mercedes Benz O 305 beschafft, im Jahre darauf neben den ersten
MAN Standart - I Wagen, zwei MAN 750 HO-SL, zwei weitere O 305 und
1971 nochmals vier weitere, so dass 1971 also sechs O 305 im Einsatz
waren. 1972 kamen drei MAN SL 192 hinzu, und im Jahre darauf wurden
schließlich dann MAN SL 200 gekauft. Ich kann mich erinnern,
daß auch einmal eine Zeitlang ein Mainzer Magirus Deutz SH
110 probeweise im Linieneinsatz unterwegs war, jedoch wurde letztlich
von Magirus Deutz kein Standard I - Omnibus angeschafft, eben sowenig
wie von Büssing, stattdessen mehr oder weniger abwechselnd
Wagen von MAN und von Mercedes Benz.

Wagen
9, ein früher Mercedes Benz O305 aus dem Jahre 1970
- noch mit Stadtwappen und Aufschrift
"Barockstadt
Fulda" in goldenen Lettern
Auch diese Aufnahme verdanke ich der ÜVG, vielen Dank!
|
Anfang der 70er Jahre, man kann also fast sagen: Mit Aufkommen der
ersten Standard I-Wagen kam auch Werbung auf den Fuldaer Bussen
auf. Zwar gab es zuvor auch bereits kleine Aufkleber im oberen Bereich
der Fenster, seitlich auf den Bussen prangte bis dato jedoch stets
"nur" das Stadtwappen und der Schriftzug "Barockstadt
Fulda". Ich kann mich erinnern, dass der allererste Üwag-Bus
mit Werbung, den ich zu Gesicht bekam, einer der beiden MAN 750
HO-SL aus dem Jahre 1970 war, der auf einem weißen Band für
die Firma "Betex" warb. Sehr schnell setzte sich Werbung
auf den Bussen durch und es war bald eher eine Seltenheit, einmal
einen Bus ohne Werbung anzutreffen, wobei in diesem Falle jedoch
Stadtwappen und der Schriftzug dann generell weggelassen wurden.
Die
achtziger Jahre
Bis 1986 wurden Standard I Wagen angeschafft, in den Jahren 1981
bis 1983 nochmals 15 O 305, 1985 und 1986 als allerletzte schließlich
noch 5 MAN SL 200. 1987 begann mit zwei Wagen vom Typ Mercedes Benz
O 405 dann das Standard II-Zeitalter in Fulda.

Wagen
26 ist einer der beiden allerersten, im Jahre 1987 angeschafften
Busse vom Typ O 405 und damit einer der allerersten überhaupt
von der Üwag angeschafften Standard II-Omibusse.
Die Aufnahme gelang Herrn Ron van der Linde am bereits umgebauten
ZOB in den neunziger Jahren.
Vielen Dank für das schöne Photo, Ron!
|
Doch schon zuvor hatte sich einiges verändert: In den achtziger
Jahren wurde nach Wegen gesucht, den öffentlichen Nahverkehr
einerseits attraktiver zu gestalten, andererseits jedoch auch die
Unkosten im Zaume zu halten und das wachsende Defizit nicht ausufern
zu lassen. So wurden ab April 1983 samstagnachmittags sowie an Sonn-
und Feiertagen verschiedene Linien zu Schleifenfahrten zusammengelegt.
Im Oktober des gleichen Jahres wurde dies dann ausgeweitet, so dass
nun generell in den Nebenverkehrszeiten, also auch abends ab 19
Uhr, und nun nahezu jede Linie (mit Ausnahme der 10) mit einer anderen
zusammengelegt wurde. Wie bereits erwähnt, wurden 1984 die
Linien 9A und 12 eingerichtet und für die nach wie vor nicht
ans Üwag-Netz angeschlossenen "neuen Stadtteile"
in den verkehrsschwachen Zeiten ein "Anruf-Sammeltaxi-Service"
eingerichtet, der deren Anbindung an die Stadt verbesserte. Ein
neues Tarifkonzept, das statt zwei nun drei Tarifzonen vorsah, also
auch die Möglichkeit, eine Kurzstrecke zu lösen, anbot,
was es zuvor nicht gegeben hatte, war ein weiterer Schritt, den
öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen.
Überhaupt wurde unter dem damaligen Oberbürgermeister
Dr. Hamberger in den achtziger Jahren viel unternommen, die Attraktivität
des Busverkehrs zu steigern und eine "Verkehrsentwicklungsplanung"
erstellt, die in drei Schritten umgesetzt werden sollte.
Alles
neu - Die neunziger Jahre
Die 1. Stufe zur Neuordnung des ÖPNV wurde zum 02.11.1992 umgesetzt:
Dies war der Zeitpunkt, zu dem ein neuer Linienplan mit einer neuen
Nummerierung in Kraft trat. Meine Linien 7 und 10A, die mich bislang
durchs Leben begleitet hatten, waren damit Vergangenheit. Was sich
änderte, war, dass die Linien (von Ausnahmen abgesehen) nicht
mehr wie zuvor stets von der Endhaltestelle lediglich bis zum Stadtschloß
als zentralem Umsteigepunkt und von dort aus wieder zurück
fuhren, sondern nun mit Zwischenstopp am Stadtschloß zwischen
zwei Zielen pendelten, wobei die Streckenführung selbst nahezu
unverändert blieb. Zumindest für den einen oder anderen
Fahrgast mag dadurch das Umsteigen entfallen sein. Zudem starteten
und endeten die Linien nicht mehr gleichzeitig am Stadtschloß,
sondern fuhren nun zeitlich versetzt (die Linien mit geraden Nummern
um 00/20/40, die mit ungeraden um 10/30/50), was den Vorteil hatte,
daß auf Streckenabschnitten, die parallel verliefen, nun ein
10-Minuten-Takt entstand, jedoch auch den Nachteil, dass oftmals
nicht mehr ein unmittelbarer Anschluss gegeben war, sondern Wartezeiten
entstanden.
Linienplan von 1992 – 1997
Linie 1A Maberzell – Stadtschloß – Lehnerz
Linie 1B Niederrode – Stadtschloß – Lehnerz
Linie 2 Ziehers Nord – Stadtschloß – Haimbach
Linie 3 Petersberg – Stadtschloß – Engelhelms
Linie 4 Ziehers Süd – Stadtschloß – Bronnzell
Linie 5 A Künzell – Stadtschloß - Niesig
Linie 5B Künzell – Stadtschloß
Linie 6 Pilgerzell – Stadtschloß – Aschenberg
Linie 7 Aschenberg/Nord – Horas – Stadtschloß
Linie 8A/8B Stadtschloß – Haderwald Siedlung bzw. Trätzhof
bzw. Industriepark West
Am 1. Juni 1997 trat die zweite Stufe in Kraft, die viele Veränderungen
mit sich brachte. Fast alle Linien wurden nun über den bereits
1996 umgestalteten ZOB geführt, womit dieser zu einer zentralen
Verknüpfungsstelle zwischen Stadtverkehr, Regionalverkehr und
Fernverkehr weiterentwickelt wurde. 14 Zusätzliche Haltestellen
wurden im Innenstadtkern errichtet, was die Attraktivität der
Nahverkehrs sicher deutlich steigerte, denn zuvor gab es im Zentrum
in der Tat relativ wenige Haltestellen, was vermutlich gerade im
System des gleichzeitigen Abfahrens aller Linien begründet
lag. Viele Ampeln waren im Innenstadt-Bereich zwischen 1992 und
97 mit Busfunk-Schaltung ausgestattet worden, drei Straßen
erhielten eine eigene Busspur (die Rabanusstraße, die Kurfürstenstraße
sowie die Straße "Am Bahnhof", wobei letztere seit
einigen Jahren wieder verschwunden ist). Beibehalten wurde 1997
der 20-Minuten-Takt mit versetzten Abfahrtszeiten, was für
manche Streckenabschnitte weiterhin einen 10-Minuten-Takt bedeutete.
Die vorhandenen Linienführungen blieben weitgehend unverändert,
doch die bislang als einzige am Stadtschloß endende Linie
7 wurde nach Edelzell verlängert, womit für Edelzell eine
zweite Busanbindung geschaffen wurde.
Linienplan von 1997 – 2004
Linie 1A Lehnerz – Stadtschloß
Linie 1B Niederrode – Stadtschloß – Lehnerz
Linie 2 Ziehers Nord – Stadtschloß – Haimbach
Linie 3 Petersberg – Stadtschloß – Engelhelms
Linie 4 Ziehers Süd – Stadtschloß – Bronnzell
Linie 5 A Künzell – Stadtschloß - Niesig
Linie 5B Künzell – Stadtschloß
Linie 6 Pilgerzell – Stadtschloß – Aschenberg
Linie 7 Aschenberg/Nord – Horas – Stadtschloß
- Edelzell
Linie 8A/8B Stadtschloß – Haderwald Siedlung –
Maberzell – Trätzhof
Linie 8B Stadtschloß – Haderwald Siedlung – Industriepark
West
Linie 5052 ZOB – Stadtschloß – Sickels –
Hamerz – Istergiesel – Giesel
Im Jahre 1995 waren Stadt und Landkreis Fulda bereits in den Rhein-Main-Verkehrsverbund
einbezogen worden (nebenbei bemerkt: Frankfurt am Main ist 110 Kilometer
entfernt), nun, zum 1. Juni 1997, konnte endlich auch das gegenseitige
Bedienungsverbot von Üwag und RHK aufgehoben werden. Erst seit
diesem Zeitpunkt konnte man also überhaupt jeden beliebigen
Bus innerhalb der sich überschneidenden Netze benutzen: In
früheren Zeiten waren die Überland-Linien für die
Benutzung innerhalb der Stadt (bzw. innerhalb des Üwag-Netzes,
welches sich, wie bereits gesagt, spätestens seit den Gebietsreformen
Anfang der siebziger Jahre in weiten Teilen gar nicht mit der Stadt
deckte) nicht zugelassen.
Ende 1995 kamen erste Niederflur-Busse bei der Üwag auf: Neben
einem Mercedes O 405 N2 und vier MAN NL 222 wurde auch ein Neoplan
N 4016 angeschafft, der erste Neoplan überhaupt, den die Üwag
je besaß und der auch ein Einzelstück bleiben sollte,
genauso übrigens wie besagter O 405 N2. Die ersten Niederflurfahrzeuge
waren denn auch die ersten, bei denen mit den traditionellen Farben
der Üwag, einem lichten Hellgrün mit hellgelbem Dach und
dunkelgrüner Stoßstange und Felgen gebrochen wurde. Die
Standard II-Wagen hatten zusätzlich einen dunkelgrünen
Streifen am Wagenboden erhalten, der fürs erste auch bei den
Niederflur-Fahrzeugen beibehalten wurde, doch anstelle des hellen
Grünes wurde nun ein sehr, sehr kräftiger Grünton
gewählt.
1999 konnte 50 jähriges Jubiläum gefeiert werden. Wer
mochte, konnte sich auf dem damals, kurz vor Auslieferung des ersten
MB O 530 (Citaro) noch aktuellsten Bus, einem MAN NL222 verewigen,
und viele Besucher der Festveranstaltung haben das getan. Bis heute
ist Wagen 157 in dieser Form, mit der Aufschrift "50 Jahre
Üwag Verkehrsbetrieb wir gratulieren" und zahlreichen
Unterschriften unterwegs.
Mit
zahlreichen Unterschriften von Gratulanten unterwegs: Wagen
157, der Jubiläumsbus |
Ein
neues Jahrtausend
Im Jahre 2000 wurde die Üwag Verkehrs-GmbH (ÜVG) als Tochterunternehmen
gegründet. Ihr wurde im Aufrage der Üwag der städtischen
Nahverkehr in Fulda übertragen. Darüber hinaus wurde die
ÜVG-Regio ins Leben gerufen, die im Regionalverkehr tätig
war und die inzwischen nach einer Umstrukturierung Üwag Bus
GmbH heißt.
Ob nun die Umstrukturierung, die am 14. Dezember 2004 in Kraft trat,
als eine dritte Stufe der in den achtziger Jahren entwickelten Verkehrsentwicklungsplanung
angesehen werden kann oder ob nicht vielmehr die Zeit diese einstigen
Planungen einfach überrollt hatte - ich vermag es nicht zu
sagen, vermute jedoch, dass letzteres der Fall ist.
Im Jahre 2004 wurde der gesamte Nahverkehr in Stadt und Region Fulda
vollkommen umgestaltet: Die Hamburger Hochbahn hatte eine Ausschreibung
gewonnen und bedient seitdem mit der von ihr eigens dafür gegründeten
"Fulda Bus GmbH" anstelle der Bahnbus-Nachfolgerin RKH
weite Teile des Regional- und dank Verkehrsverbund auch Teile des
Stadtverkehrs. Jedoch wurden nun auch Konzessionen, die einst die
RKH besaß, an die Üwag bzw. ÜVG abgegeben, so dass
diese erstmals nun auch die bereits in den siebziger Jahren der
Stadt eingemeindeten "neuen Stadtteile" (mit Ausnahme
von zwei im Norden gelegenen Orten) bedient, darüber hinaus
auch zwei Vororte, die nicht zur Stadt gehören und die ebenfalls
zuvor nicht von der Üwag angefahren worden waren - und das
nun alles vom völlig umgestalteten Busbahnhof am Stadtschloß
aus.
Nach mehrjähriger
Umbauzeit in neuer Form wiedereröffnet: Der Busbahnhof
am Stadtschoß. Durch den Bau einer Tiefgarage unter
dem Platz musste das historische Heertor, ein Teil der früheren
Stadtmauer, zeitweise versetzt und die Haltestellen der Buslinien
während der Bauarbeiten provisorisch in die umliegende
Rabanusstraße und die Schloßstraße verlegt
werden. Aber 2004 nun in neuem Gewand: Der zentrale Anfahrtspunkt
der Üwag-Linien |
Die Linien wurden im Jahre 2004 vollkommen verändert, sowohl
die Nummerierung als auch die Streckenführungen, und leider
wurde aus Kostengründen aus dem ehemaligen 20-Minuten-Takt
nun ein 30-Minuten-Takt, bei Beibehalt versetzter Abfahrtszeiten,
so dass teilweise nun auch längere Wartezeiten beim Umsteigen
entstehen können. Zu
den Nebenverkehrszeiten treffen jedoch nach wie vor alle Linien
am Stadtschloß zusammen
Im
Dezember 2004 kam es anlässlich des Fahrplanwechsels im Dezember
erstmals zum Einsatz von sechs Omnibussen der Marke Solaris, genauer
gesagt von Solaris Urbino 12. Meines
Wissens waren sie die ersten Omnibusse, bei denen das Dunkelgrün
sich nur noch in den Radfelgen finden läßt, also auf den dunkelgrünen
Streifen verzichtet wurde, was seither bei allen Nwuanschaffungen
so ist (und bei neu lackierten Fahrzeugen ebenfalls so gehandhabt
wurde). Sie besitzen einen stehenden Motor, so daß in der letzten
Reihe zwei Plätze fehlen. A propos Sitzplätze: Sie waren auch die
ersten Fahrzeuge, die vorne eine 2+2 Bestuhlung besitzen, was zwar
für ein größeres Sitzplatzangebot sorgt - jedoch
auch einen sehr engen Gang verschafft. Im Jahre 2008 kam ein weiterer
Bus hinzu, nun ganz in grün, wie auch bereits die zuletzt angeschafften
MAN und Mercedes. Die Stadtbusse in Fulda sind weiterhin in grün
gehalten, jedoch ist insgesamt gesehen der Fuhrpark der Üwag
sehr bunt geworden.
Die Üwag auf expansionskurs: ÜVG und ÜBG
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